Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

Menü

Inhalt

Sicherheitskampagne der Polizei: SCHÜTZ DICH!

Verkehrsunfall und Opferschutz
Sicherheitskampagne der Polizei: SCHÜTZ DICH!
Die Kreispolizeibehörde Mettmann ist mit der neuen Verkehrssicherheitskampagne über drei Jahre in allen zehn Kommunen unterwegs!
Dagmar Janßen

Die Kreispolizeibehörde Mettmann führt seit Jahren gut etablierte Sicherheitskonzepte durch:

• Mettmanner Mobilitätsmanagement (MeMoMa)
• Projekt Korrekt! zur Senkung der Verkehrsunfälle von Fußgängern und Radfahrern
• Crash Kurs NRW
• Aktionsbündnis Seniorensicherheit (ASS!)
• Aktionsbündnis Niederberg zur Bekämpfung der Verkehrsunfälle von Motorradunfällen

Diese Konzepte sind problem- und zielgruppenorientiert entwickelt worden. Sie basieren auf der Grundlage einzelner Altersgruppen, wie Kinder, junge Erwachsene und Senioren sowie bestimmter Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger/Radfahrer und motorisierte Zweiradfahrer. Die Polizei kann in diesen Konzepten unmittelbar auf die Bürgerinnen und Bürger eingehen, die Unfallrisiken darstellen und so positiv auf das Thema Verkehrssicherheit einwirken.

Ein Blick auf die Statistik der meldepflichtigen Verkehrsunfälle zeigt jedoch, dass lediglich 22% dieser Zielgruppen beteiligt sind. Wer sind die anderen?

Zu den 78 % gehören alle Bürger/-innen, die im Kreisgebiet Mettmann ihren Wohnsitz haben, zwischen 22 und 64 Jahre alt sind und nicht als Fußgänger, Fahrrad- oder Kraftradfahrer am Straßenverkehr teilnehmen, sowie alle Verkehrsteilnehmer, die nicht im Kreisgebiet Mettmann wohnen.

Diese „neue“ Zielgruppe ist mit den herkömmlichen Methoden der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit nicht zu erreichen. Der Großteil der PKW/LKW-Fahrer/-innen wird vermutlich nur durch Repression bzw. Verkehrsüberwachungsmaßnahmen erreicht. Konsequent wäre eine neue Präventionsarbeit, die dort ansetzt, wo sich die neue Zielgruppe im Verkehrsraum bewegt: auf der Straße!

Ausgehend von der Grundannahme, dass alle Menschen für das eigene Leben selber am meisten verantwortlich sind, haben sie auch für alle Maßnahmen Sorge zu tragen, die dieses Leben schützen. Dies gilt insbesondere, wenn Menschen am Straßenverkehr teilnehmen.

Diese Grundannahme führt im Weiteren dazu, dass jeder Verkehrsteilnehmer ein vitales Interesse daran haben sollte, sich regelkonform zu verhalten und sich bestmöglich vor Verkehrsgefahren zu schützen.

Das Problem im alltäglichen Straßenverkehr scheint aber darin zu bestehen, dass
a. die Gefahren häufig nicht offensichtlich erkennbar sind und/oder
b. das Sicherheitsbedürfnis durch andere Motive überlagert wird.

Letzteres wird verstärkt durch den Eindruck, dass offensichtlich vermehrt elektronische Medien während des PKW-Führens bedient werden.

Dabei ist jedoch erwiesen, dass ein Verkehrsteilnehmer jederzeit Opfer eines Verkehrsunfalls werden kann. Ob ein Unfallbeteiligter an den Folgen eines Verkehrsunfalls stirbt oder nur schwer verletzt wird, entscheidet letztlich nur der Zufall.

Ziel:

Die neue Präventionsarbeit zielt also auf die Bewusstmachung der eigenen Verantwortung und der permanenten Gefahren bei einer Teilnahme am Straßenverkehr.

Durch eine offensive Medien- und Informationskampagne soll der benannten Zielgruppe vor Augen geführt werden, dass sie
a. als Verkehrsteilnehmer gegen Regeln verstoßen und dadurch andere gefährden und
b. als Gegenpol durch das Fehlverhalten anderer gefährdet werden können.

In beiden Situationen gilt es sich aufzufordern:
     
SCHÜTZ DICH!

Kommunikationsmittel:
Das Feedback der Bürger zu Unfallmarkierungen auf den Fahrbahnen war der Anstoss für Überlegungen zu der neuen Kampagne, denn: die Spurensicherung der Polizei hinterließ tiefe Eindrücke bei den Bürgern. Die aufgetragenen Markierungen (Pkw Achsen, Umrisse eines Splitterfeldes oder einer Person) wurden in diesen Momenten nochmals von den nachfolgenden Verkehrsteilnehmern bewusst wahrgenommen!

In diesem Moment werden dem Verkehrsteilnehmer die Gefahren im Straßenverkehr vor Augen geführt. Es ist anzunehmen, dass das Fahrverhalten für wenige Augenblicke positiv beeinflusst wird. Es erweckt Aufmerksamkeit! Das Bedürfnis sich zu schützen wird verstärkt. Der Versuch mit diesen Markierungen das Ziel, die Bewusstmachung der eigenen Verantwortung und der permanenten Gefahren bei einer Teilnahme am Straßenverkehr zu erreichen, soll in dieser Sicherheitskampagne durchgeführt werden.

In jeder Kommune wird in Kooperation mit der jeweiligen Stadt ein fingierter Verkehrsunfall auf der Fahrbahn markiert. Bei den Örtlichkeiten handelt es sich nicht um Unfallhäufungsstellen. Diese Stellen werden von vielen und vielen verschiedenen Verkehrsteilnehmern benutzt und bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit. Im Umfeld dieser Markierungen weisen Plakate, Banner oder Aktionen auf die Kampagne hin. Je nach Witterung werden die Markierungen etwa 6-8 Wochen zu sehen sein.

Neben den augenfälligen Aktionen werden im Kampagnenzeitraum speziell entwickelte Anschreiben und Infozettel gefertigt. Diese werden im Nachgang eines schweren Verkehrsunfalls, aber ebenso nach schadenfreien Verkehrsverstößen an die Beteiligten versandt werden. Diese Schreiben weisen auf die Problematik hin und bieten Hilfestellungen an, die meist von professioneller Seite geleistet werden können.

Dagmar Janßen, Polizeihauptkommissarin

2015:                     Langenfeld
                                Hilden
                                Haan

2016:                     Mettmann
                                Ratingen
                                Monheim

 2017:                    Velbert
                                Erkrath
                                Wülfrath
                                Heiligenhaus